Angst vor einer deutschen Mafia

Der Spiegel

16.05.2011. VATIKAN

Angst vor einer deutschen Mafia

Zu 178 Ländern unterhält der Vatikan diplomatische Beziehungen, und sein Hilfswerk Caritas ist in 165 Ländern tätig. Schon 2001 hatten US-Vertreter deshalb Washington vor dem politischen Gewicht des Kirchenstaates gewarnt. “Die Politik des Vatikans kann mehr als eine Milliarde Anhänger der römisch-katholischen Kirche beeinflussen”, heißt es in einer auf der Internetplattform WikiLeaks veröffentlichten Depesche der amerikanischen Botschaft beim Papst. Vor allem 2005 waren die Diplomaten dort verunsichert. Die Wahl Joseph Ratzingers überraschte sie, hatten die Medien ihn doch als “autokratischen Despoten” beschrieben. Zudem gab es Gerüchte, eine “deutsche Mafia” werde nun den Klüngel aus der Zeit Johannes Pauls II. ablösen. Diese Sorge zerstreute eine Depesche vom 12. Juli 2005: “Mit uns wird es keine deutsche Mafia geben”, hatte ein Deutscher im Vatikan den US-Diplomaten gesteckt, “Günstlingswirtschaft liegt nicht in unserer Natur.” Ein Mitarbeiter von Benedikt XVI. plauderte: “Er weiß, dass er an seinem Arbeitsplatz sterben wird, aber er möchte, dass das eher später als früher eintritt.” Deshalb werde er wohl weniger reisen als sein Vorgänger. Die Diplomaten empfahlen Washington, die Außenpolitik des neuen Papstes aktiv zu beeinflussen: “Wenn er die Welt außerhalb der Vatikanmauern anpackt, sollten wir ihm frühzeitig helfen, sei-ne Sichtweise zu entwickeln.”

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-78522290.html

 

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